Künstler sein statt Schüler
Dorsey Bushnell, die Projektleiterin des Schulprojektes “Künstler sein statt Schüler”, startet mit einer Crew von Weltklassetänzern (Alan Barnes, Christoher Roman etc.) und Musiker des Ensemble Modern ein tolles Jahresprojekt, was wir gerne dokumentieren.
Wenn er ein Lehrer wäre, dann könnte man Christopher Roman für autoritär halten. Seine Anweisungen sind knapp, klar und erwecken nicht den Anschein, als ob Widerspruch eine Option wäre. „We’ll gonna do the electric slide“, ruft der durchtrainierte Enddreißiger mit dem sorgfältig geschorenen Vollbart. Die etwa 70 Mädchen und Jungen verteilen sich in der Turnhalle, zwischen ihnen vier weitere Tänzer der Forsythe Company. Dann beginnen die Bässe zu wummern. Missy Elliots „Work it“ gibt den Beat vor für die letzte Probe vor der Präsentation.
Gleich kommen die übrigen 70 Schüler des Jahrgangs sieben der Bettinaschule. In der Aula haben sie ihrerseits eine Choreographie entwickelt und einstudiert. Nun wollen die Gruppen das Ergebnis der vergangenen Stunden wechselseitig vorführen. Wie man sich als Zuschauer zu verhalten habe? Daran lässt Chris keinen Zweifel: „We’ll gonna all be respectful. Right? Cool!“ Wie gesagt, man könnte ihn für autoritär halten. Doch auf die Schüler wirkt Chris einfach nur authentisch, er ist ein echter Tänzer, ein Künstler. Jemand, der schon als Kind auf der Bühne stand, der sich mit Breakdance ebenso auskennt wie mit klassischem Ballett, der für den Tanz lebt und die Schüler an dieser Leidenschaft teilhaben lässt.
Die Begegnung zwischen Künstlern und Schülern ist der Kern von „Natur Passagen“. Die Altana-Kulturstiftung hat das Projekt entwickelt und in der Bettinaschule ein Gymnasium gefunden, das den Mut hat, dabei mitzumachen. Denn der Einsatz ist hoch: Ein kompletter siebter Jahrgang mit 140 Schülern klinkt sich einmal in der Woche aus dem regulären Unterricht aus. Ein Jahr lang arbeiten die Schüler am „Kulturtag“ stattdessen zusammen mit Musikern, bildenden Künstlern, Autoren und Tänzern. Am Ende soll ein interdisziplinäres Gesamtkunstwerk entstehen, eine Musik- und Tanzperformance in einer von den Jugendlichen gestalteten Rauminstallation in der Aufführungshalle Schmidtstraße.
Source: FAZ.net




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